Nach fünfzehn Jahren verabschiedet sich Stefan de Walle von seiner Rolle als Sinterklaas. Leonie van Dongen Für van den Berg, Partner bei Voltys, war dies der Grund für eine etwas ungewöhnlichere Stellenausschreibung: Geschäftsführer Sinterklaas.
Nein, Voltys wird diese Stelle natürlich nicht tatsächlich besetzen. Betrachtet man die Stellenbeschreibung jedoch aus der Perspektive eines Personalvermittlers, berührt der Witz überraschend viele Themen, die auch in realen Management- und Führungspositionen eine Rolle spielen: Führung, Nachfolgeplanung, Teamentwicklung, Authentizität und die Förderung unterschiedlicher Talente.
Genau deshalb ist die freie Stelle mehr als nur ein aufmerksamkeitsstarker Aufhänger. Hinter der Mitra und dem Stab verbergen sich Fragen, mit denen sich Organisationen bei jedem größeren Führungswechsel auseinandersetzen müssen.
Management von ca. 200 verschiedenen Talenten
In der spielerischen Stellenanzeige wird der neue Geschäftsführer Sinterklaas für rund 200 Vollzeitkräfte verantwortlich sein: eine bunte Truppe von Pieten, jeder mit seinem eigenen Talent.
Vom analytischen Wegweiser Piet bis zum kreativen Musiker Piet. Die Aufgabe des neuen Leiters besteht nicht darin, alle gleich zu machen, sondern vielmehr dafür zu sorgen, dass unterschiedliche Qualitäten zur Geltung kommen.
Dieses Prinzip lässt sich auch in realen Wirtschafts- und Technologieunternehmen erkennen. Ein Managementteam besteht oft aus Fachleuten, die dasselbe Unternehmen aus völlig unterschiedlichen Disziplinen betrachten.
Wachstum und Kundenentwicklung
Vertriebs- und Geschäftsentwicklungsexperten analysieren Kunden, Märkte, Positionierung und Geschäftsmöglichkeiten.
Inhalte und Expertise
Technische und Produktspezialisten bringen das nötige Wissen mit, um fundierte inhaltliche Entscheidungen zu treffen.
Richtung und Kohärenz
Der Manager sorgt dafür, dass unterschiedliche Eigenschaften nicht nebeneinander existieren, sondern gemeinsam auf das gleiche Ziel hinarbeiten.
Eine starke Führungskraft muss daher nicht selbst der beste Verkäufer, Spezialist oder kreativste Mensch sein. Die Herausforderung besteht vielmehr darin, Qualitäten zu erkennen und ein Umfeld zu schaffen, in dem diese Qualitäten zum Tragen kommen.
Bei der Nachfolge geht es um mehr, als nur darum, dieselbe Position erneut zu besetzen.
Wenn jemand jahrelang das Gesicht einer Rolle oder Organisation war, stellt sich automatisch die Frage nach dem Nachfolger.
Für anspruchsvolle Management- und Führungspositionen ist dies oft ein entscheidender Moment. Der naheliegende Reflex ist, jemanden zu suchen, der dem scheidenden Vorgesetzten so ähnlich wie möglich ist.
Nach zehn oder fünfzehn Jahren befindet sich eine Organisation jedoch selten noch genau am selben Punkt. Der Markt kann sich verändert haben, das Team kann anders zusammengesetzt sein und die strategischen Herausforderungen können völlig andere sein.
Nicht nur zurückblicken
Welche Eigenschaften machten den scheidenden Leiter erfolgreich, und welche davon sind nach wie vor relevant?
Wir blicken auch nach vorn
Welche Erfahrung und welchen Führungsstil benötigt die Organisation für die nächste Phase?
Das bestehende Team mitnehmen
Ein neuer Leiter tritt nicht in ein Vakuum ein. Die Zusammensetzung und die Qualitäten des aktuellen Teams sind Teil der Suchfrage.
Der Kontext bestimmt das Profil
Der beste Kandidat auf dem Papier ist nicht automatisch die beste Führungskraft für jede Organisation oder jede Wachstumsphase.
Die Mitra kann daher gleich bleiben, während sich die Art der erforderlichen Führung ändert.
Warum authentische Führung nicht in ein einheitliches Standardprofil passt
Eine der Anforderungen in der Stellenausschreibung lautet: Authentische Führung – keine Schauspielerei, sondern Magie.
Bei einer Sinterklaas-Stelle ist das natürlich mit einem Augenzwinkern gemeint. Trotzdem steckt ein ernster Gedanke dahinter.
Letztendlich müssen starke Führungskräfte nicht alle vom gleichen Typ sein. Ein Geschäftsführer ist präsent, meinungsstark und stark nach außen orientiert. Eine andere Führungskraft hingegen arbeitet eher im Stillen, baut starke interne Teams auf und überträgt ihren Mitarbeitern viel Verantwortung.
Daher darf die Suche nach einer Führungskraft nicht allein auf Stellenbezeichnung, Berufserfahrung und Kompetenzliste reduziert werden. Person, Team, organisatorischer Kontext und Aufgabenbereich müssen zusammenpassen.
Ein glaubwürdiger Führungsstil
Ein Kandidat muss über einen Führungsstil verfügen, der zu ihm oder ihr passt und vom Team als glaubwürdig anerkannt wird.
Der richtige Anführer für diese Phase
Wachstum, Transformation, Professionalisierung oder internationale Expansion können jeweils eine andere Art von Führung erfordern.
Menschen die Möglichkeit geben, ihr Talent zu entfalten, ohne die Richtung aus den Augen zu verlieren
Die ursprüngliche Stellenanzeige bezieht sich auf Freiheit auf einem soliden Fundament.
Auch das ist ein typisches Führungsthema. Fachkräfte wünschen sich Freiraum, um ihr Fachwissen einzubringen, gleichzeitig braucht ein Team aber Klarheit hinsichtlich Zielen, Verantwortlichkeiten und Ausrichtung.
Für ein Vertriebsteam kann dies bedeuten, dass Account Manager in ihrer Herangehensweise an die Kunden freie Hand haben, während die Vertriebsstrategie und Positionierung klar bleiben.
Für technische Spezialisten bedeutet dies, dass Fachwissen ernst genommen wird und Fachleute innerhalb klarer organisatorischer Rahmenbedingungen Verantwortung übernehmen können.
Nicht genügend Platz
Wenn jeder Schritt vorgeschrieben ist, können Verantwortung, Eigeninitiative und Fachwissen verloren gehen.
Zu wenig Führung
Ohne klare Prioritäten und Verantwortlichkeiten kann Freiheit in Unsicherheit umschlagen.
Gute Führung liegt oft genau zwischen diesen beiden Extremen: Sie gibt klare Anweisungen und lässt den Mitarbeitern gleichzeitig Raum, ihre eigenen Qualitäten einzusetzen.
Der beste Nachfolger sucht nicht immer aktiv.
Für echte Management- und Führungspositionen kommt noch etwas anderes ins Spiel: Interessante Kandidaten bewerben sich keineswegs immer aktiv.
Ein erfahrener Geschäftsführer, Vertriebsleiter oder kaufmännischer Leiter kann perfekt für seine aktuelle Position geeignet sein und dennoch offen für einen nächsten Karriereschritt sein, wenn Inhalt, Verantwortung und Organisation interessant genug sind.
Eine gezielte Suche beginnt daher nicht einfach mit der Veröffentlichung einer Stellenausschreibung. Zunächst muss klar werden, welche Organisationen, Positionen und Hintergründe für die jeweilige Aufgabe relevant sind.
Was braucht die Organisation wirklich?
- Stellenbezeichnung und Verantwortungsbereich
- Phase und Strategie der Organisation
- Zusammensetzung des bestehenden Managementteams
- Relevante Markt- und Führungserfahrung
Wo lassen sich geeignete Führungskräfte finden?
- Untersuchen Sie direkte und angrenzende Märkte.
- Geeignete Organisationen und Positionen identifizieren.
- Erreichen Sie auch latent interessierte Kandidaten
- Besprechen Sie die Motivation und den nächsten konkreten Schritt.
Für das obere Management, Führungskräfte und andere wichtige strategische Positionen ist ein gezieltes Executive-Search-Ansatz geeignet sein.
Was fragt Voltys den neuen Geschäftsführer in Bezug auf Sinterklaas?
Natürlich muss man diesen Artikel nicht allzu ernst nehmen. Schließlich enthält die ursprüngliche Stellenausschreibung eine Reihe von Anforderungen, die uns bei einer regulären Suche eher selten begegnen.
Das Profil
- Authentische Führung
- Erfahrung mit diversen Teams
- Die Fähigkeit, strategisch zu denken und zu reflektieren
- Reiten ist ein Pluspunkt
- Und nicht unwichtig: Du bist lieb. Wirklich lieb.
Die Beschäftigungsbedingungen
- Eine Rolle, die größer ist als du selbst
- Fernarbeit von Spanien aus
- Burg und Meerblick
- Viel Freiheit
- Jährliche Überfahrt mit dem Firmenboot
Wir können uns noch schlimmere Arbeitsbedingungen vorstellen.
Hinter einer spielerisch wirkenden Stellenausschreibung verbirgt sich eine ernsthafte Führungsfrage.
Die Vakanz für den Geschäftsführer Sinterklaas entstand als Zeichen des Abschieds einer bekannten Persönlichkeit.
Dennoch berühren die Stellenanforderungen Themen, mit denen sich Organisationen auch bei echten Management- und Führungspositionen auseinandersetzen müssen: die Zusammenführung verschiedener Talente, die Bereitstellung authentischer Führung, die Organisation der Nachfolge und die Gewährung ausreichender Freiheit für die Mitarbeiter innerhalb einer klaren Zielsetzung.
Und wenn eine wichtige Führungspersönlichkeit ausscheidet, bleibt die Kernfrage letztlich selten allein: Wer kann dieselbe Funktion ausführen?
Weitaus relevanter ist: Welchen Führungstyp benötigt diese Organisation für die nächste Phase?
Vielleicht ist das letztendlich auch die Frage, mit der der nächste Sinterklaas beginnen wird.
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